April: Die Amphibien sind los!

Wenn die Nächte im Frühjahr über 6° Celsius warm sind, kommen die Amphibien aus ihren Winterquartieren und wandern in die Gewässer. Die Braunfrösche haben bereits ihre Laichballen abgelegt, sie bevorzugen flache Gewässerbereiche, die sich schnell erwärmen, damit sich die Larven möglichst schnell entwickeln. Zu den Braunfröschen gehören der Grasfrosch, der Springfrosch und der Moorfrosch. Der Moorfrosch ist ein ganz besonderer Vertreter der Gruppe: Zur Paarungszeit färben sich die Männchen für kurze Zeit blau. Läuft man im März und Anfang April an einem flachen Stillgewässer vorbei, aus dem blubbernde Laute dringen, lohnt es sich genauer hinzuschauen – vielleicht hüpfen dort Moorfrösche. Das Blubbern ist der typische Balzruf der Moorfroschmännchen.

Jetzt in der zweiten Aprilhälfte kann man an Kleingewässern verschiedene andere Amphibien rufen hören. In Nordostdeutschland lohnt es sich, Sölle zu besuchen. Das sind eiszeitlich entstandene Kleingewässer in Senken. Die Knoblauchkröte ruft von Unterwasser und man hört nur ein leises trr trr trr. Sie legt ihre Eier in fingerdicken Schnüren an Strukturen im Wasser. Hört man immer wieder den gleichen klagenden Ton, ruft vermutlich eine Unke. In Nordostdeutschland kommt die Rotbauchunke vor, in Südwestdeutschland die Gelbbauchunke. Die Verbreitungsgebiete der zwei Unkenarten überschneiden sich nicht. Von oben sind die kleinen Tiere unauffällig, nur ihre Unterseite zeigt ein auffälliges gelbes oder orangenes Fleckenmuster. Ganz besonders laut rufen Laubfrösche, besonnte Gewässer mit Gehölzen am Rand bieten ihnen gute Lebensbedingungen. Wer Amphibien hören möchte, muss manchmal Geduld mitbringen und vor allem leise sein. Bei Störungen hören viele Arten auf zu rufen und fangen erst nach einigen Minuten wieder an.
Also: Auf geht’s nach Draußen zum Amphibienfinden!

Da Amphibien unter Naturschutz stehen, dürfen sie nicht gefangen werden. Mit einem Fernglas können auch Tiere beobachtet werden, die in der Mitte der Gewässer sitzen.

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Amphibienstimmen (und andere Tierstimmen):

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