Rückblick: Elefanten, Grashüpfer und Hexenkraut

Wandern im Elbsandsteingebirge vom 16. – 23. August 2013

 

Stell dir 16 Elefanten vor, alle gleich schwer bis auf einen, der ist schwerer oder leichter als die anderen. Du hast vier Waagen, die du nur einmal benutzen kannst – wie findest du heraus, welcher Elefant ein anderes Gewicht hat als der Rest?

 

Mit diesem und anderen Rätseln machte sich ein kleine Gruppe DJNer auf den Weg, die Berge der Sächsischen Schweiz zu erklimmen. Oder sollte ich lieber von Hügeln schreiben? Nach den Alpen kam es mir beinahe so vor – doch nicht minder war meine Begeisterung für diese Landschaft! Durch ein Meer und später durch die Elbe ausgeformt, hat das Sandsteingebirge eine eigenartige Schönheit, die wir eine Woche lang entdecken konnten.

 


 

Wir waren auf einem Campingplatz im Kirnitzschtal untergebracht, von wo wir unsere Tagestouren starteten. Als ich am Sonntag Abend dazu stieß, waren schon viele Farne gesammelt und bestimmt worden, wie der Rippenfarn (Blechnum spicant) und der Tüpfelfarn (Polypodium vulgare) sowie eine Führung durch den Nationalpark hatte ich verpasst. Bei dieser wurde auch geklärt, weshalb an allen großen Bäumen rings herum ein schwarzer Streifen mal mehr mal weniger gut erkennbar zu sehen ist: Aufgrund einer Insektenplage in den 1920er Jahren an verschiedenen Bäumen wurden Aktionen mit Schulklassen durchgeführt, die mit Pinsel und Teereimer den Fraßpflanzen einen schwarzen Ring verpassen mussten, an der die gefräßigen Raupen kleben bleiben sollten und somit nicht bis in die Gipfel der Bäume vordringen konnten.

 

Das Wetter hat uns die meiste Zeit mit Sonnenschein beglückt, sodass wir die eindrucksvollen Schrammsteine erklimmen konnten und viele Leiterstufen hoch zur Hinteren Raubburg auf dem Winterstein gestiegen sind. Immer wieder beeindruckend waren die Aussichten!
Auch wanderten wir zur Bastei, um zwischen vielen, meist älteren, Touristen den Blick auf die unter uns entlang fließende Elbe und die umliegenden Berge zu genießen. Ganz versteckt entdeckten wir auch noch einen Braunstieligen Streifenfarn (Asplenium trichomanes) an den Mauern der Bastei.

 

Oft begegnete uns der Bunte Hohlzahn (Galeopsis speciosa) und das Große Hexenkraut (Circea lutetiana) auf unseren Wegen. Und am Bachlauf der Kirnitzsch wurde eine Wasseramsel (Cinclus cinclus) entdeckt! Während ein Teil der Gruppe bei den Mittagspausen Hanabi spielte, wurden auch einige Heuschrecken gefangen wie der Verkannte Grashüpfer (Chortippus mollis) und die Große Goldschrecke (Crysochraon dispar). Und am Abend begrüßte uns bei unserer Rückkehr die Zwitscherschrecke (Tettigonia cantans) zwischen unseren Zelten.
Nun wurde auf unserem großen Kocher gekocht mit dem Ergebnis, dass es nicht nur von Anfang an gemundet hat, sondern auch von Tag zu Tag immer leckerer zu werden schien. Nebenher wurden die restlichen mitgebrachten Pflanzen bestimmt, während meist schöne Klänge auf der Gitarre ertönten – war jedoch keine Musik zu hören, so sah man wieder einmal eine konzentrierte Gruppe Hanabi spielen.
Trotz der sich schnell ausbreitenden Kälte im Tal fanden wir uns nach de Essen zu Sponti-Runden zusammen, die jedoch untypisch kurz waren, da wir alle recht schnell in unseren wärmenden Schlafsäcken verschwanden.

 

Mit einer angefangenen Farnsammlung und vielen eindrücklichen Bildern im Kopf fuhr ich am Ende des Lagers nach Hause und werde mich gerne an diese einmalige Felsenlandschaft erinnern.

von Svea

Foto: Nele/DJN

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