Januar: Tropische Gäste im Großhandel

Im Winter (wenn sich draußen nur schwer was finden lässt) weiche ich gerne in tropische Gefilde aus, und zwar innerhalb Deutschlands: Einerseits bieten die Gewächshäuser der botanischen Gärten oftmals vielerlei tropischen Wirbellosen eine neue Heimat, aber ein noch spannenderer Lebensraum sind Baumärkte und Gartencenter!

Wie in den beheizten Hallen der zoologischen und botanischen Gärten bleiben auch dort im Winter die Temperaturen angenehm über 0°C und durch den regen Pflanzenhandel von Übersee her haben sich mittlerweile eine Reihe an tropischen/mediterranen Spinnen fest etabliert. Meine beiden Lieblingsspinnen und die auch am häufigsten anzutreffenden Arten sind die Zitterspinne (Holocnemus pluchei) und die Federfußspinne (Uloborus plumipes).

Zitterspinne (Holocnemus pluchei) mit Beute, Foto: Jonathan

Zitterspinne (Holocnemus pluchei) mit Beute, Foto: Jonathan

 

Federfußspinne (Uloborus plumipes), Foto: Jonathan

Die Federfußspinne (Uloborus plumipes) ist auf den ersten Blick gar nicht so einfach als Spinne erkennbar! Foto: Jonathan

Während die ca. 2 cm kleine (mit Beinen!) Federfußspinne ein klassisches Radnetz ähnlich der Kreuzspinnen baut, sieht das Netz von Holocnemus pluchei einer Haube oder einem Baldachin ähnlich. Beide kommen bevorzugt an den großen Fensterscheiben oder zwischen den zu verkaufenden Pflanzen vor. Weitere Besonderheiten bei der Federfußspinne sind, dass sie ausnahmsweise gar keine Giftdrüsen besitzt und die Beute durch besonders starkes Einwickeln tötet, um sie dann von außen her aufzulösen. Des Weiteren besitzen die Fäden keine Klebetropfen, sondern sie bestehen aus „Kräuselwolle“ und schillern deswegen bläulich im Licht.
Diese beiden vorgestellten Arten finden sich auch noch an ganz anderen Stellen: Holocnemus pluchei wird auch über Paletten verschleppt und lässt sich somit in reinen Getränkemärkten, sowie in den Getränkeabteilung der großen Kaufhallenketten entdecken. Auch die Federfußspinne hat die Kaufhallen erobert, und zwar die Leuchtstoffröhren über der Obstabteilung!
In den richtig warmen Tropenhäusern der Zoos und Botanischen Gärten lässt sich sehr regelmäßig die Gewächshausspringspinne (Hasarius adansoni)beobachten.

Gewächshausspringspinne (Hasarius adansoni), Männchen; Foto: Jonathan

Gewächshausspringspinne (Hasarius adansoni), Männchen; Foto: Jonathan

Da der Pflanzenhandel weiterhin kräftig floriert und mit Neunachweisen für Deutschland immer noch zu rechnen ist, kann ich eine Nachsuche bei euch vor Ort nur empfehlen! Viel Erfolg!!!

 

Hier die drei vorgestellten Arten im sehr zu empfehlenden Spinnenwiki:

http://wiki.spinnen-forum.de/index.php?title=Uloborus_plumipes
http://wiki.spinnen-forum.de/index.php?title=Holocnemus_pluchei
http://wiki.spinnen-forum.de/index.php?title=Hasarius_adansoni

 

Bild oben rechts: Federfußspinne (Uloborus plumipes), Foto: Jonathan

Verfasser: Jonathan

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