25 Vogelarten im Bremer Blockland

Ein herbstlicher Exkursionsbericht

An einem Montagmorgen Anfang Oktober treffen sich morgens um kurz vor 10 drei Naturkundlerinnen, um zusammen ins Blockland zu fahren und dort die Vogelwelt zu erkunden. Es geht los am Bremer Hauptbahnhof und nach 5 Minuten sind sie eingetaucht in die grünen Weiten, vergessen schon bald, dass wir uns in einer der größten Städte Deutschlands befinden. Nach gut 7 Kilometern erfrischender Fahrradtour halten sie das erste Mal, verstecken sich im Hide und schauen den Enten beim Schlafen zu. Aus den vielen Stockenten werden langsam Pfeifenten, Reiherenten und vielleicht auch Löffelenten. Die ersten Sonnenstrahlen erreichen den See und lassen ihn wie flüssiges Metall glänzen. Aus einer anderen Ecke betrachtet erspäht die kleine Gruppe die auftauchenden Haubentaucher, die sofort wieder im Wasser verschwinden. Auch einige Blässhühner genießen wärmende Morgensonne.

Weiter geht es entlang von Feldern und Marschwiesen, auf denen Höckerschwäne, Graureiher und einige Fasane zu finden sind. Doch plötzlich läuft am Weggraben ein Vogel auf dem Wasser – ja, auf dem Wasser. Es ist ein Küken, das auf den schwimmenden Wasserlinsen gelaufen ist und sich dann im Ufersaum versteckt hat. Langsam kommt es wieder hervor und die drei Naturkundlerinnen können sich nicht einigen, ob es nun ein junges Bläss- oder Teichhuhn ist. Später sehen sie noch junge und ausgewachsene Teichhühner, die den deutschen Nationalstolz auf der Nase tragen.

Weiter geht es durch das Blockland. Aber warum heißt dieser Stadtteil, der so wenig mit Stadt zu tun hat, Blockland? Früher wurde das Land durch die Gräben zur Entwässerung in „Blöcke“ eingeteilt, daher Blockland. Heute leben im Blockland ca. 400 Einwohner und es wird immer noch Grünlandwirtschaft betrieben. Bekannt ist das Blockland aber als Naherholungsgebiet für aller Bremer*innen. So auch für die drei Naturkundlerinnen.
Während der weiteren Fahrt werden diese drei von zeitweise von Kormoranen, ziehenden Graugänsen und schreienden Möwen begleitet.

Gegenüber eines Bauernhofs steht ein kleiner Tisch mit verschiedenen Marmeladen und Säften, dieser wird natürlich sofort begutachtet und eine Johannisbeer- und Erdbeermarmelade verschwinden gegen Spende in den Rucksäcken. Gleich dahinter der nächste kleine Tisch, der die drei aber nicht mehr locken kann. Stattdessen bewundern sie einen sehr weißen Mäusebussard, der seine Runden dreht. Und plötzlich verwandelt sich ein dickerer kahler Ast in einen jungen Baumfalken. Es geht wieder weiter, während des Fahrens beobachten die Naturkundlerinnen noch Ringeltauben, Amseln und weitere Fasane. Es knackt unter den Rädern: ein Walnussbaum! Eifrig wie bei der Ostereiersuche werden die Walnüsse im Gras gesucht und sich über jede Windböe gefreut, die noch mehr Nüsse herunter fallen lässt. Die Blocklandeisdiele der Hofmolkerei Dehlwess hat leider so früh am Vormittag noch geschlossen, sodass statt Eis die selbstgeschmierten Stullen gefuttert werden. Es wird weiter geradelt, die Vogelvielfalt lässt ein bisschen nach, dafür werden auf dem Schotterweg zu einer Wümmefähre Unmengen an Heidelibellen und vielleicht ein Rohrschwirl erblickt. In der Bestimmung der KBV (= Kleine braune Vögel) müssen sich die drei aber noch üben.

Nach dem Blick auf die Wümme geht es so langsam auf den Rückweg, wo die kleine Gruppe sich noch über den wunderbar gelb blühenden Topinambur freut. Zum Schluss ihrer Tour im Blockland kommen die drei am ersten Hide noch einmal vorbei. Mittlerweile sind die Vögel auf dem Wasser erwacht. Zu den Enten haben sich mittlerweile auch noch die schönen Kanadagänse hinzu gesellt.
Im Zickzack geht es durch den Bügerpark zurück zum Hauptbahnhof, wo die Gruppe sich in alle Richtungen zerstreut. Damit geht ein gemeinsamer Radausflug mit vielen tollen Beobachtungen und wundervollem Sonnenschein zu Ende.

Weitere Vogelarten waren: Kiebitz, Dohle, Elster Eichelhäher, Graugans, Nebelkrähe, Graureiher

Foto: DJN

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