Urlaub im Regenwald

Der StiBe zum Sommerlager an der Müritz im August 2012

Als wir am Sonntagmorgen aufwachten, konnten wir schon den Regen auf das Zeltdach trommeln hören. Nach dem Frühstück zogen wir trotz nicht gerade überragender Motivation in den Wald los, der uns ein wenig Regenschutz bot. Johanna gab uns die Aufgabe auf dem Weg Material zu sammeln, damit jeder von uns eine Figur der Mumin-Geschichte, aus der jeden Abend ein Kapitel vorgelesen wurde, mit Naturmaterial bastelt. Wir kamen an einer wenig bewachsenen Stelle an, wo wir mit Mumin und Schnupferich Leben in den Wald zauberten. Unser nächster Stop war dann eine kleine Hütte, an der wir eine kleine Maus, die sich vor dem Regen versteckte, beobachten konnten. Außerdem sammelten wir viele verschiedene Farben des Waldes und erstellten eine kleine Farbpalette. Besonders freuten wir uns über Helmkraut (Scrutellaria galericulata) und Hexenkraut (Circaea lutetiana).

Wieder zu Hause angekommen, verkrochen wir uns erst mal ins Zelt und vergnügten uns mit Spontiliedern und Gitarrengeklimper. Die nächsten Tage verliefen wettertechnisch leider ähnlich, an Aktivitäten weiteten manche von uns das Programm auf morgendliches Schwimmen, mittägliches Libellenbestimmen (die in den 5 vorhandenen Minuten Sonne gefangen wurden) und abendliches Olympiagucken aus. Sonntag und Montag kamen dann auch noch Nora bzw. Svea und ihr Freund Jonas dazu.

Am Dienstag wagten wir dann eine längere Fahrrad-Tour in den Müritz-Nationalpark. Das Wetter ließ Gnade mit uns walten und zeigte sich durchaus mit Sonnenschein. Schon gleich an der ersten Kurve fanden wir ein spannendes Gebiet und bestimmten dort Warzenbeißer (Decticus verrucivoru), Blauflügelige Ödlandschrecke (Oedipoda caerulescens) und Zebraspinne (Argriope bruennichi). Das Highlight des Tages bekamen wir etwas später zu sehen, als wir eine Blindschleiche bei der Geburt eines ihrer ca. 10 Jungen zuschauen durften.

Gleich am nächsten Tag ging es dann schon wieder auf Fahrradtour und zwar diesmal zum integrativen Dorf Seewalde. Bevor unsere Führung auf dem Erdhof, einem Demeter-Hof, begann, machten wir noch eine schöne Mittagspause in der Sonne und unsere „Kinder“ vergnügten sich noch auf dem Spielplatz. Leider fing es während der Führung an wie aus Kübeln zu gießen (wir hatten ja schon lange keinen Regen mehr gesehen). Als Abschluss der Führung durften wir zusammen mit David Peacock, dem Bauern, die 6 Kühe zum Melken hereintreiben und beim Melken zuschauen. 2 Liter Milch kamen dann auch mit zum Zeltplatz, um dort Milchreis zu kochen.

Die nächsten beiden Tage waren etwas weniger aktiv, Donnerstagabend gab es ein großes Lagerfeuer vom Zeltplatz, wo die Kinder (und auch manchmal die Erwachsenen) Stockbrot machen durften. Leider entsprach die musikalische Untermalung nicht ganz unserem Geschmack, weswegen wir uns irgendwann ins Zelt zu unserer Sponti-Runde verkrümelten. Dies hatte zur Folge, dass uns am nächsten Tag eine Beschwerde zu Ohren kam, wir würden bis spät in die Nacht noch Musik machen und das Schlimmste dabei sei, dass wir nur Lieder über Lebenslust, Sonne und Ähnliches singen. Das Leben sei ja nicht immer nur schön. Paradox, denn gerade an dem Abend sangen wir Kasper Hauser und Keine Zeit. Gut, die Familie mit dem Sohn, den wir Kevin nannten und der keinen Gürtel besaß und sich deswegen beim Laufen immer die Hose halten musste, reisten Samstag Morgen ab, so dass wir am letzten Abend noch mal schön lange singen konnten.

Am nächsten Abend stieß Hanja noch zu uns, genau richtig, denn Samstag war eine lange Paddeltour entlang der Schwaanhavel geplant. Die Schwaanhavel ist ein schönes und romantisches Flüsschen, das auch naturkundlich sehr spannend ist. So kam es, dass wir lustiges Pflanzenrätseln, wie z.B. Gewöhnliches Pfeilkraut (Sagittaria sagittifolia) oder Berle (Sium erectum) und Schneckensammeln, unter anderem Posthornschnecke (Planorbarius corneus) und Ohrschlammschnecke (Radix auriculate), veranstalten. Das Wetter spielte mit viel Sonne und hoher Temperatur mit. Insgesamt ein sehr schöner und entspannter (fast) letzter Tag.

Sonntag morgen sprangen wir zum Aufwachen in den See und genossen das klare Wasser! Noch kurz alles packen und dann war es auch schon vorbei. Alles in allem ein schönes und entspanntes Sommerlager, das leider ein bisschen unter dem Klimawandel gelitten hat.

 

Fotos zum Bericht findet ihr in der Gallerie.

Foto: Johanna

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