Wir gegen die Weservertiefung

Weser-Aktionstag „Wir gegen Weservertiefung“ am 22. September 2012 ab 12 Uhr an der Schlachte am Weserufer in Bremen

Schon lange wird über die Flussbettvertiefung der Weser gestritten und berichtet. Doch was sagen diejenigen dazu, die noch einen Großteil ihres Lebens mit den nicht umkehrbaren Folgen dieser Vertiefung leben müssen? Wir sagen „Nein!“ zur Weservertiefung.
Die BUNDjugend Bremen, die Grüne Jugend Weser-Marsch und der Deutsche Jugendbund für Naturbeobachtung nehmen als umweltpolitische Jugend deutlich Stellung zur geplanten Weservertiefung.
Moritz Steinbeck von der BUNDjugend meint dazu: „Wir kämpfen nun schon seit Jahren zusammen mit dem BUND Bremen gegen diese Vertiefung. Sie ist ökologisch, aber auch ökonomisch nicht zu vertreten. Nur zwei Unternehmen können sicher sagen, dass sie durch diese Maßnahmen einen ökonomischen Vorteil bekommen. Dabei handelt es sich aber um zwei Futtermittellieferanten, die Soja, vielleicht genmanipuliert, vielleicht nicht, aus Südamerika für die Massentierhaltung anlanden. Dies ist auch ethisch nicht zu vertreten.
Außerdem ist es nicht damit aufzurechnen, dass viele andere Unternehmen große Nachteile durch die Weservertiefung erleiden werden. So befürchten viele Bauern z.B. häufigere Überflutung ihrer Felder und damit die zunehmende Versalzung des Bodens.“

Das sind aber nur die ökonomischen Befürchtungen. Beunruhigt fügt Marvin Claaßen, Sprecher der Grünen Jugend, hinzu: „In Zeiten des Meeresspiegelanstiegs ist es nicht sehr klug, Flussmündungen zu vertiefen und sich die Sturmfluten in die Stadt zu holen.“ Viele der Naherholungsgebiete im Weserbereich und an der Wümme werden durch die Weservertiefung beeinflusst. Die Vertiefung des Flussbetts hat zur Folge, dass mehr Wasser mit höherer Geschwindigkeit in die Weser und ihre Nebenflüsse strömt. Schon jetzt kann man beim Spaziergang an der Wümme beobachten, dass immer mehr Schilfinseln wegbrechen und von der Strömung fortgetragen werden. Dazu Marvin: „Viele Besucher sorgen sich jetzt schon darum, ob dieses Gebiet noch lange zur Naherholung dienen kann.“

Ähnlich äußert sich auch Jenny Herbert, Bundesvorsitzende des Deutschen Jugendbundes für Naturbeobachtung (DJN): „Schon seit über 60 Jahren engagieren sich Jugendliche aus unserem Verein für die Erhaltung der Artenvielfalt. Deswegen liegt es uns sehr am Herzen, die Weser als besonderes Biotop gerade für Fische, aber auch für allerlei andere Arten, in heutigem Zustand zu erhalten. Wir plädieren dafür, die Wesernutzung zu reduzieren, um wieder mehr Arten die Chance geben, die Weser als ihren Lebensraum zu nutzen. Es ist heutzutage kaum noch vorstellbar, dass die Weser mal ein Fluss mit einem Tidenhub von nur 30 cm war. Der heutige Tidenhub von über vier Metern ist auf die immer intensiver werdende Nutzung der Weser und die bisherigen Vertiefungen zurückzuführen. Wir in der heutigen Zeit und vor allem wir Jugendliche haben mit den Folgen wie höhere und öfter auftretende Hochwasser zu kämpfen und sollen Lösungen für Probleme finden, die nur durch weniger intensive wirtschaftliche Nutzung zu lösen sind.“
Der Weser-Aktionstag „Wir gegen Weservertiefung“ findet am 22. September 2012 ab 12 Uhr an der Schlachte am Weserufer in Bremen statt. Es ist Jede/r herzlich eingeladen, dort vorbeizukommen, um sich weiter über die Weservertiefung zu informieren und mit den engagierten Jugendlichen darüber zu diskutieren.

Kontakt

Jenny Herbert (DJN)
jenny.herbert [at] naturbeobachtung.de

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Bild: m.prinke

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