Rückblick: Schweden erleben!

StiBe der Schweden-Tour vom 20. August bis 1. September 2012

 

Ende August traf sich eine Gruppe abenteuerlustige DJNer und Neu-DJNer, um 12 Tage lang mit dem einigen von uns schon wohl bekannten blauen Bus eine unvergessliche Fahrt durch das wunderschöne und abwechslungsreiche Schweden zu erleben. Zelten an der Schärenküste, Waschen in klaren Seen, Wanderungen durch den Trollwald, früh morgens den Seeadler beobachten, Stockbrot, Lagerfeuer, Blaubeeren und eine Kanutour zu unbewohnten Inseln, wir haben viel erlebt, was uns noch lange in Erinnerung bleiben wird…


Auf einem Campingplatz nördlich von Göteborg kamen wir am Dienstag Abend, 21.09., zum ersten Mal dazu, über die mit Heidekraut und Kiefern bewachsene Granitküste Schwedens zu wandern, Glocken-Heide und Moose in den Senken zu bewundern, um uns dann in den Wind zu stellen, aufs Meer zu blicken und die Landschaft zu genießen.

Nach einem ganzen Tag Autofahrt und kurzem Halt an einem Beobachtungsturm, an dem sich kein einziger Vogel blicken ließ (tatsächlich waren die kecken Dohlen, die uns auf einem Rastplatz begegneten in etwa die einzigen Vögel, die wir an diesem Tag sehen sollten) war unsere Lust auf Naturkunde noch nicht gestillt, so dass Mila nach dem Essen dazu überging, den Strand mit Gummistiefeln und Taschenlampe nach Quallen abzusuchen, wobei sie gleich auf einen Seestern stieß. Zahlreiche entdeckte Feuerquallen hielten uns nicht davon ab, uns am nächsten Morgen als erstes in die Fluten zu werfen (ein Deutscher setzte uns anschließend allerdings davon in Kenntnis, dass unbekleidet zu baden in Schweden nicht Sitte sei…) und Kanadagänsen beim Vorbeiziehen zu bewundern. Da wir den Tag so aktiv begonnen hatten, konnten wir uns gut mit späteren starken Regenschauern arrangieren, die uns dazu brachten, einen Teil der Zeit gemütlich in einem kleinen Café in Hällevikstrand zusammenzusitzen. Unsere Einkehr sollte sich als großes Glück herausstellen, da wir bei einer von dort ausgehenden Wanderung auf eine unbewohnte Hütte im Wald mit Blick aufs Wasser stießen, die uns als Übernachtungsstätte diente.

So erlebten wir unseren ersten gemeinsamen Sponti-Abend und nahmen uns vor, am nächsten morgen zur nahe gelegenen Küste zu fahren, an der sich Toiletten und Duschen fanden. Diesmal trauten sich nur die ganz Mutigen in der Gruppe ins kalte Wasser zu springen, der Rest begnügte sich mit einem wunderschönem Regenbogen, der sich in dem einsetzenden Regen zeigte.

Wir nutzen den Regen, um einen weiteres Stück Weg zurückzulegen und zu der Landzunge Hinden im größten See des Landes, dem Vänern zu fahren.

Wir konnten unser Glück kaum fassen, als wir von unserer dreistündigen Wanderung „in den See hinein“, die jeder mit eigenem Schwerpunkt und Tempo zurücklegten, nach einer geeigneten Möglichkeit zum Campen suchten und einen wunderschönen Platz am See empfohlen bekamen. Das Verbotsschild mit durchgestrichenem Hippie-Bus ignorierend, schlugen wir unser Lager auf, verbrachten den Abend mit Essen, Feuer und Musik und der Aussicht, den nächsten Tag ein bisschen länger dortzubleiben, um zu Schwimmen, im Wald zu spazieren und Gitarre zu spielen. An Naturkunde hatten wir dabei gar nicht gedacht und doch zeigten sich Kiebitze und Sturmmöwe und dann vier Fischadler, die alle über den Bäumen kreisten und sich zum Jagen ins Wasser hinabfallen ließen, sich also in voller Pracht präsentierten, so dass wir selbst den schwarzen Augenstreif mit Leichtigkeit erkannten.

Davon konnten wir uns natürlich nur schwer losreißen, um zu unseren nächsten Ziel aufzubrechen, dem Hornborgarsee, einem besonders guten Feuchtgebiet für Vogelbeobachtun. Dort entdeckten wir zahlreiche Greif-, Watt-, Entenvögel, Gänse und dort rastende Kraniche (für welche der See bekannt ist). Wir erlebten einen wunderschönen Sonnenuntergang über dem Feuchtgebiet und unser frühes Aufstehen am nächsten Tag wurde von drei Bekassinen, Grünschenkel, Kampfläufer, einer Rohrweihe und einem Seeadler belohnt.

Um dann aber doch mal eine Abwechslung zu der Beobachtung von Feuchtgebietsvögel zu erleben, verbrachten wir den Nachmittag im Trollwald des Tiveden Nationalpark. Dieser sollte mit seinen uralten Kiefern auf eiszeitlich geformtem Granitblöcken, Rentierflechten, Echtem Fichtenspargel und den ruhig daliegenden Seen unsere Fantasie anregen.

An einem dieser kalten Seen, gerade außerhalb des Nationalparks, übernachteten wir wieder in einer Hütte für Wanderer und stärkten uns für den vorerst letzten Reiseabschnitt, den wir mit dem Bus zurücklegen mussten. Am Sonntagabend, 26.08., pünktlich zu unserem Bergfest (der Hälfte unserer Urlaubs) kamen wir auf der Landzunge nahe Malexander bei Boxholm am See Sommen an und wurden dort von Neu-DJNer Peter und seiner Familie in dem Garten ihres Sommerhauses herzlich aufgenommen.

Der zweite Teil unserer Schweden-Tour unterschied sich sehr von der ersten, wir hatten nun ein festes Lager, von dem aus wir Ausflüge unternehmen konnten. Wir wohnten direkt an einem Trinkwasser-See, konnten Wäsche waschen, segeln und surfen und am Dienstag vollbepackt mit Kanus zu einer nahe gelegenen, unbewohnten Insel fahren. Zunächst brach nur ein Teil von uns zu dieser auf, vorbei an einem  Fischadler-Horst mit Jungtier, um sich dann voller Elan auf der Insel angekommen von deren Klippen zu stürzen und der Kälte mit einem nicht mehr erlöschenden Lagerfeuer zu begegnen.

Die anderen besuchten uns am Nachmittag und stießen am nächsten Tag mit frischem Vorrat an Mehl, Hefe und Gemüse zu uns. Sie kamen genau im rechten Moment, nämlich dann, als wir uns erneut dazu überwunden, von den bis zu fünfeinhalb Meter hohen Klippen zu springen. Es folgten weitere gemeinsame Sprünge, Saltos, Kletter-Partien, Kanu-Touren bei strahlend blauem Himmel und Sonnenschein, Lieder, Geschichten, der Vollmond und eine Menge Witze. Und als besonderes Highlight zwei Prachttaucher, die sich nach erstem Entdecken und Euphorie immer wieder zeigen sollten, außerdem schwimmende Ringelnattern und ein Trauermantel.

Leider konnten wir nicht ewig bleiben auf diesem paradiesischen Fleckchen und so mussten wir schon Donnerstag nach einem letzten Bad und Frühstück auf der Insel wieder aufbrechen. Zum Glück blieb uns keine Zeit zur Wehmut, bei Peters Eltern angekommen, freuten wir uns, ihnen beim Holz stapeln behilflich sein zu können. Dafür wurden wir mit super leckerem Essen und der Erkenntnis, dass selbst Brot nach zwei Wochen DJN noch köstlich sein kann, belohnt. Und wir gewöhnten uns schon mal wieder daran, an Tischen zu Essen.

Was folgte, war ein lustiger Abend mit Tanz und Musik, die Abreise, ein Zwischenstopp an einem eigentlich geschlossenem Naturcampingplatz, welcher uns dann doch offen stand, Melodien, die uns einfach nicht mehr aus dem Kopf wollten, der Verlust von Schlafsack, Isomatte, Schuhen und Milas Gleichgewichtsinn.

Es war schön mit euch!

Ute

 

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