Rezension: Schmidt, P. A. & Schulz, B. (Hgg.): Fitschen Gehölzflora. 13., vollständig neu bearbeitete Auflage, Quelle & Meyer, 2017

Von Hannes Öhm

 
Bei der Fitschen Gehölzflora handelt es sich um ein sehr umfangreiches Werk, dass von viel Expertise erarbeitet worden scheint. Nicht nur der Bestimmungsteil, sondern auch die einleitenden und zur Bestimmung notwendigen Informationen beinhaltet das Buch. Dies führt dazu, dass dieses Buch relativ dick und schwer ist. Man überlegt sich also zweimal ob man dieses Buch mit ins Feld nimmt. Allerdings muss man dieses Buch auch gar nicht mit ins Feld nehmen, da die meisten einheimischen Gehölze den anfangenden Botanikern sehr bald geläufig sind und gerade die Ziergehölze einem mehr Rätsel aufgeben. Um Ziergehölze zu bestimmen, reicht es schon aus in den nächsten Park zugehen, oder von dort aus ein paar Zweige zu sammeln. Da man nicht immer das Glück hat blühende Zweige zu haben, gibt es in dem Bestimmungsbuch auch die Wahl zwischen einem generativen und vegetativen Schlüssel. Zudem gibt es auch einen reinen Früchtebestimmungsschlüssel, mit dem man zu mindestens schon mal auf eine Gattung kommen kann. Wie toll, wenn man nach einem Waldspaziergang einen Zapfen als beispielsweise Douglasienzapfen bestimmen kann.  
Die einleitenden Kapitel behandeln allgemeine Themen wie Nomenklatur, Systematik und Herkunft der Pflanzen. Außerdem behandeln sie die bestimmungsrelevanten Merkmale, die hier wie in keinem anderen Band sehr gut erläutert werden. Besonders interessant finde ich die Ausspracheregeln für wissenschaftliche Namen. Diesen Einschub habe ich noch nicht in einem Bestimmungsschlüssel gefunden. 
Zwar ist dieser Bestimmungsschlüssel möglicherweise sehr erdrückend für Menschen, die noch nicht so viel Erfahrungen mit Bestimmungsschlüsseln gemacht haben, für all die anderen bietet er aber in vielen Fällen einen nicht immer einfachen weg, der aber dann ein relativ eindeutiges Ergebnis hat. Besonders wenn man schon Gattung oder Familie kennt, hilft dieses Buch sehr schön weiter und kann so auch gut als Ergänzung zur Recherche im Internet dienen. Meine Persönliche Kritik ist aber die fehlende herausnehmbare Maßstableiste. Das Blatt an die integrierte Maßstabsleite zu legen ist ein wenig umständlich, allerdings kann man sich auch relativ einfach ein eigenes bauen. Allerdings überzeugt der Schlüssel von sich aus selber mit seiner Detailgenauigkeit und den vielen Zeichnungen. 
Zusammengefasst kann ich nur sagen, ein Muss für alle die sich mit den exotischen Gehölzen im heimischen Umfeld beschäftigen möchte.

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